Heringen (Werra):
Heringer Nachtragshaushalt: Sparen nicht nur zu Lasten der Bürger

Politik

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Wieviel Luxus kann sich die Stadt Heringen (Werra) künftig noch leisten und wie kann die erdrückende Schuldenlast abgebaut werden? Diese Fragen stellt sich Heringens Bürgermeister Daniel Iliev nicht erst seit seinem Amtsantritt im Juli 2016. Dass es keine leichten und schnellen Antworten geben kann, macht Heringens Rathauschef immer wieder deutlich. Mittlerweile stellte Iliev im Rahmen der vergangenen Stadtverordnetenversammlung sogar einen Plan vor, wie er Heringen finanziell wieder auf sichere Füße bringen möchte. Darunter fallen viele unpopuläre Maßnahmen, aber auch schwere Einschnitte innerhalb der Verwaltung. Dies wurde nun auch von Seiten der Kommunalaufsicht nach Prüfung des Nachtragshaushaltes 2017 entsprechend anerkannt.

Zwar bereite es der Kommunalaufsicht Sorgen, dass der Fehlbetrag zum Ursprungshaushalt nochmals gestiegen sei. Dies sei jedoch speziell auf die hohen Gewerbesteuereinbrüche, die neben Heringen auch Philippsthal belasten, zurückzuführen. Positiv sei allerdings, dass Heringen unter Iliev erneut keine Netto-Neuverschuldung vornehme.

Grundsätzlich werden die in diesem Jahr durchgeführten, wenn auch schmerzhaften Maßnahmen von Seiten des Landrates begrüßt. Darunter fallen die durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Gebührenerhöhungen und Preise der KITA-Nutzung, des Wertstoffsammelzentrums, des Wassers oder der Friedhöfe. Aber auch die durch den Magistrat vorgenommenen Erhöhungen der Eintritte in das fritz kunze bad sowie Einsparungen innerhalb der Verwaltung werden positiv wahrgenommen. Unter Anderem spiegelt sich dies im Bereich der Personalaufwendungen entsprechend wieder.

Lagen vor dem Amtsantritt Ilievs die Personalkosten noch bei 966,28 Euro je Einwohner, liegen diese mittlerweile bei 889,50 je Einwohner. Eine spürbare Reduzierung dieser Kostenstelle. Dank des vom Bürgermeister eingebrachten Personalkonzeptes sei man hier jedoch noch nicht am Ende des Weges. Des Weiteren begrüßt der Landrat Ilievs Bemühungen, Museum, Gemeinschaftshäuser und Bad kostentechnisch auf gesunde Beine zu stellen. „Daran arbeiten wir derzeit mit Hochdruck“, erläutert der Rathauschef, der laut eigenen Aussagen zu seinem Amtsantritt ein finanzielles Armageddon vorgefunden hatte.

„Wir befinden uns auf einem guten Weg“, zeigt sich Heringen Rathauschef optimistisch. „Wir, Verwaltung und Politik, mussten den Bürgerinnen und Bürgern in der letzten Zeit genügend in die Tasche langen. Insbesondere durch eine effizientere Verwaltungsstruktur und ein nachhaltiges Wirtschaften wollen wir zunächst bei uns mit dem Sparen beginnen.“ Ilievs Marschroute sehe vor allem Nachhaltigkeit und Weitsicht vor.

Ilievs Ziel sei es nun am eingeschlagenen Weg festzuhalten und weiterhin die Unterstützung der Stadtverordneten zu suchen. „Ausgeglichener Haushalt, Schuldenabbau, Stadtumbau – diese Ziele schaffen wir nur gemeinsam“, appelliert Iliev an alle Beteiligten und zeigt sich offen für Vorschläge. Heringen wachse stetig, so Iliev. „Unsere KITAs und Krippe sind voll ausgelastet, Menschen ziehen bewusst nach Heringen und unser Außenbild wird mittlerweile wieder positiv aufgenommen. Lassen Sie uns mit dieser positiven Entwicklung weitermachen!“

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