Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Kreisausschuss beschließt überarbeiteten Schulentwicklungsplan

Politik

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Im Februar 2018 entscheidet der Kreistag über die zukünftige Schullandschaft im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Als wichtigen Schritt auf diesem Weg hat der Kreisausschuss am Dienstag den Schulentwicklungsplan für die Jahre 2017 bis 2022 verabschiedet. Das Gremium folgte in weiten Teilen den Empfehlungen der Expertenkommission, beschloss zudem aber auch Änderungen, die nun in die Fassung für den Kreistag eingearbeitet werden.

„Der Schulentwicklungsplan nimmt die Zukunftsperspektive unserer Schulen in den Fokus. Uns alle eint, dass wir die bestmögliche Bildung für alle Schüler in unserem Kreis erreichen wollen", so Landrat Dr. Michael Koch, der den 300-Seiten-Plan als Vorsitzender der Schulkommission eingebracht hatte. Es gebe den Rat der Experten auf der einen Seite, aber letztlich mitunter anderslautende politische Empfehlungen, erläutert Landrat Dr. Koch als zuständiger Schuldezernent.

Denn die Expertenkommission war zuvor zu der Empfehlung gekommen, die Grundschule in Heringen-Wölfershausen zu schließen. Hiervon hat der Kreisausschuss in seinem Beschluss am Dienstag Abstand genommen. „Kein Landrat in Deutschland will Schulen schließen“, betont Koch: „Aber wir müssen fachliche Empfehlungen ernst nehmen, diskutieren und wägen. Dabei sind wir sehr differenziert vorgegangen und haben uns jede einzelne Schule angeschaut. Dem Kreisausschuss ist dabei bewusst, dass die Änderungen des fachlichen Votums zusätzliches Geld kosten werden. Dies ist Folge der politischen Schwerpunktsetzung in unserem Landkreis zugunsten einer bestmöglichen Bildung vor Ort.“

Ebenso strich der Kreisausschuss den Vorschlag, einen Teilbereich der Außenstelle der Beruflichen Schulen in Philippsthal-Heimboldshausen nach Bad Hersfeld zu verlagern. Um andere kleinere Grundschulstandorte zu stützen bzw. längerfristig zu sichern, sollen künftig die Schulbezirksgrenzen im Grundschulbereich in den Kommunen Breitenbach am Herzberg/Niederaula, Nentershausen/Wildeck, Bebra-Weiterode und Bad Hersfeld Petersberg/Sorga geändert werden.

Bei der Grundschule am Standort Wildeck-Höhnebach ist der Kreisausschuss dem Rat der Schulkommission gefolgt. Sie soll nur erhalten bleiben, wenn dauerhaft mehr als 25 Kinder die Schule besuchen. „Wenn an einem Standort so wenige Schüler sind, dass man die Klassen 1 bis 4 zusammen unterrichten müsste, entspricht das nicht meiner Vorstellung einer bestmöglichen Bildung. Sollte dieser Fall eintreten, steht der Schulstandort zur Disposition“, so der Landrat.

Der Schulentwicklungsplan ist das Werk von knapp einem Jahr intensiver Arbeit und gibt einen Überblick über die bisherige und zukünftige Schülerzahlentwicklung der 20 Städte und Gemeinden im Kreis. So beschreibt die demographische Entwicklung von 2007 bis heute einen Rückgang von 11,61 % der Schüler im Kreisgebiet innerhalb von zehn Jahren.

Um ein hohes Maß an Transparenz herzustellen, war der Entwurf des Schulentwicklungsplans parallel zu dem gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren auf die Internetseite des Landkreises eingestellt worden. Zusätzlich dazu hatte Landrat Dr. Koch gemeinsam mit der Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Anita Hofmann, zu öffentlichen Informationsveranstaltungen an den Standorten, die von Änderungen betroffen sind, eingeladen. Insgesamt sind seitens der Schulen 30 Stellungnahmen eingegangen. Es haben sich zudem 13 Städte und Gemeinden geäußert.

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