Kalirevier / Werratal:
Aktionsbündnis Kalirevier widerspricht BUND-Polemik

Regionales

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Irritiert zeigen sich die Gründungsmitglieder des Aktionsbündnisses „Rettet das Kalirevier“ (bestehend aus den Bürgermeistern der Kali-Kommunen Heringen, Hohenroda, Philippsthal und Unterbreizbach sowie des Betriebsrates des Werkes Werra) auf eine Veröffentlichung des BUND Thüringen vom 03.08.2020. Grund ist der Antrag auf Salzeinleitung des Unternehmens K+S in die Werra. In der Veröffentlichung des BUND spricht der Vereinsvorsitzende des BUND Thüringen, Ron Hoffmann, sogar vom „ökologischen Raubbau durch K+S“ und „Fortsetzung des Kriegszustandes“. Die Gründungsmitglieder des Aktionsbündnisses erwarten vom Vereinsvorsitzenden, dass er zu einer normalen Sprache und zu mehr Sachlichkeit zurückkehrt.

Der Antrag würde den zwischen K+S und der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz 2014 vereinbarten „Vier-Phasen-Plan“, in dem das Unternehmen eine Absenkung der Grenzwerte zur Einleitung nach 2021 zugesagt hatte, widersprechen. Der aktuelle Antrag des Unternehmens beinhaltet - nach unserer Kenntnis - eine schrittweise Absenkung der Grenzwerte. Auch Herrn Hoffmann dürfte bekannt sein, dass sich andere Rahmenbedingungen ergeben haben. So ist beispielsweise der Bau einer Fernleitung zur Oberweser nicht erfolgt.

Die von Herrn Hoffmann gewählten Worte sind nicht nur für die betroffenen 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Provokation, sondern für eine ganze Region, die von und mit dem Bergbau lebt! Es ist einfach zu simpel und polemisch, vom „ökologischen Raubbau“ in Verbindung mit dem deutschen Kalibergbau zu sprechen. Gerade hier werden internationale Standards gesetzt. Das betrifft nicht nur den Umweltschutz, sondern auch den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit. Wer den Kalibergbau in Deutschland verhindern will, nimmt billigend in Kauf, das Kaliprodukte, die nicht substituierbar sind, aus Ländern wie Russland oder Weißrussland importiert werden müssten. Und nicht nur, weil die Umweltstandards in diesen Ländern weit unter den eingehaltenen deutschen Standards liegen, hat sich zu Beginn der Pandemie gezeigt, wie unverantwortlich es ist, sich beim Bezug von dringend benötigten Produkten vom Ausland abhängig zu machen.

Als Aktionsbündnis sehen wir täglich – vor Ort – und nicht mit Blick aus Erfurt oder Wiesbaden, welche Verbesserungen sich gerade im Umweltschutz eingestellt haben. Das Unternehmen K+S hat dazu allein am Standort Werra einen Betrag investiert, der um die 1 Milliarde Euro (1.000.000.000,00€) liegen dürfte. Das Unternehmen ist auf der Zielgeraden, eine einmalige Entsorgungsstrategie umzusetzen, die weltweit die geringsten Belastungen in der Kaliproduktion ermöglichen wird.

Wer nach der bisherigen Entwicklung von einer „Fortsetzung des Kriegszustandes“ redet, scheint uns nicht wirklich an einer nachhaltigen Entwicklung der für Deutschland unverzichtbaren Kaliindustrie interessiert zu sein. Hier geht es um mehr, als nur Vereinsinteressen mit einer kriegerischen Sprache in die Öffentlichkeit zu tragen.

Auch Herrn Ron Hoffmann dürfte als Mitglied des Thüringer Beirates für Nachhaltigkeit wissen, dass es neben der ökologischen und der ökonomischen Säule der Nachhaltigkeit eine weitere Säule gibt: Die soziale Säule! Für diese Säule stehen wir als Kommunal-und Belegschaftsvertreter, Hand in Hand!

Im Jahresbericht BUND Thüringen 2018 steht: „Und vor allem sollten wir gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Schritte in Richtung Nachhaltigkeit größer, mutiger und konsequenter werden.“.

Wir sind gut unterwegs. Vergessen Sie die soziale Säule nicht, Herr Hoffmann!
Glückauf!

Für das Aktionsbündnis
Daniel Iliev Bürgermeister Stadt Heringen (Werra)
Roland Ernst Bürgermeister Unterbreizbach
Andre StendaBürgermeister Hohenroda
Timo HeusnerBürgermeister Philippsthal
André Bahn Betriebsratsvorsitzender K+S Werk Werra
Stefan Böckstellv. Betriebsratsvorsitzender K+S Werk Werra