Bebra:
Beruflichen Schulen Bebra: Enthüllung eines Airstream

Regionales

Ein Artikel von Redaktion (pm)

fast genau zwei Jahren konnte Ivonne Buchenau, die neue Schulleiterin der Beruflichen Schulen in Bebra, zahlreiche Besucher und Gäste im Foyer der Schule zum Tag der offenen Tür begrüßen. Insbesondere die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die in ihrem Grußwort die vielfältigen Angebote der Schule herausstellte, welche das Bildungsangebot im Landkreis bereichern und ergänzen. Der 1. Stadtrat der Stadt Bebra, Bernd Holzhauer, überbrachte auch für die Stadt Rotenburg, die durch Stadtrat Klaus Troch vertreten war, ebenfalls die besten Wünsche.

Die Schulleiterin wies bei ihrer Einführung auf das von Schülern und Lehrern vorbereitete abwechslungsreiche und informative Programm hin. So stellten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums die Anforderungen in ihrem jeweiligen Schwerpunkt Mechatronik, Gestaltungs- und Medientechnik oder Wirtschaft vor und berieten die Besucher fachgerecht. Auch die Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften waren vertreten und gewährten Einblicke in den Unterricht. Natürlich stellten sich die Fachoberschule Gestaltung, Technik und Wirtschaft sowie die Berufsfachschule in ihren Schwerpunkten vor und untermauert mit Schülerergebnissen die Beratungsangebote. Sehenswert waren die vielfältigen und gut ausgestatteten Werkstätten der Beruflichen Schulen Bebra. Dort präsentierten die Auszubildenden mit den Lehrkräften und Schülern Praxisschwerpunkte, die in der dualen Ausbildung vermittelt werden und zeigten die Praxiseinbindung in den Unterricht aller Schulformen. Bei zahlreichen Mitmachaktionen konnten die Besucher hier selbst tätig werden.

Aber nicht nur in den Werkstätten wurde die enge Verzahnung der Schule mit den Betrieben und Kooperationspartnern deutlich: auf den Freiflächen und in der Eingangshalle unterstützte die Firma STRABAG sowie Hessenmobil und das Berufsbildungszentrum Osthessen die Schule. So konnten die Besucher z.B. in der Eingangshalle auf dem Baumaschinensimulator sehr real die Anforderungen an einen Baugeräteführer erleben. Außerdem standen der schuleigenen Mini-Bagger und ein Radlader mit denen man einen Parcours durchfahren konnte sowie eine ferngesteuerte Grabenwalze zum Ausprobieren zur Verfügung.

Ivonne Buchenau freut sich, dass „es in diesen Jahr den Besuchern des Tages der offenen Tür zum ersten Mal möglich sein, auch die Ausstellung Art’17 der Fachoberschule Gestaltung in der großen Aula parallel zu besuchen.“

Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin versammelten sich die Besucher und Gäste vor dem Eingang der Beruflichen Schulen, um das neueste Schulprojekt zu enthüllen. Wie von Geisterhand wurde die Plane in die Höhe gehoben und zum Vorschein kam der 28ft große AIRSTREAM Ambassador aus dem Baujahr 1959. Die Projektleiterin und stellvertretende Schulleiterin Bianca Feyerabend stellte den Anwesenden das neue Schulprojekt kurz vor. Federführend bei der weiteren Fortführung des Projektes, dass über mehrere Jahre angelegt ist, wird Judith Sperlich aus dem Fachbereich Gestaltung sein. Möglich war diese Anschaffung durch die Unterstützung des Fördervereins der Schule, der sich um die Finanzierung der Anschaffung gekümmert hatte. (Projektbeschreibung siehe unten).

Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt, neben Bratwürstchen bereiteten die Berufsfachschüler allerhand Leckereien vor. Die Schülerinnen und Schüler bewirteten viele Gäste in ihrer Curryküche und im Café Modern Art.

3. Akt - Enthüllung des AIRSTREAM

Die Beruflichen Schulen in Bebra sind bekannt dafür, handlungsorientierten Unterricht zu machen. Dass diese Handlungen gelegentlich an unkonventionellen Lernträgern durchgeführt werden, sorgt für große Motivation bei den Schülerinnen und Schülern. Sie haben so die Möglichkeit, Fachkompetenzen zu erwerben sowie anzuwenden und können auch ihre Kreativität in hohem Maße mit einbringen. Gleichzeitig bemüht sich die Schulgemeinde der langjährigen Umweltschule um nachhaltiges Handeln: Altes erhalten, behutsam sanieren, Ressourcen schonen und mit neuen Technologien kombinieren.

„We have a dream“ – damit ging es los: Ein klassen-, fächer- und berufsfeldübergreifendes Projekt, wie die nachhaltige Sanierung eines Airstream Wohnwagens zum rollenden Multifunktions-Airlebnis-Raums, verbindet alle aufgeführten Punkte miteinander.

Um dies aber realisieren zu können, wurde der Förderverein der Beruflichen Schulen angesprochen und um Unterstützung gebeten. Unter der Federführung des 1. Vorsitzenden Herbert Heisterkamp übernahm der Förderverein die Akquirierung von den notwendigen Geldern, die die Anschaffung erst möglich gemacht hat.

Der Bankverein in Bebra und die Bürgerstiftung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg waren die ersten Unterstützer, die Sparkasse Hersfeld-Rotenburg unterstützte mit einer Spende und dem Gewinn aus dem Vereinsvoting. Auch die Sparda Bank Hessen, die VR-Bankverein Hersfeld-Rotenburg – Projekt „Herz und Hand“ und die Bauhandwerksinnung fanden das Projekt förderungswürdig.

Nun konnte man zur Tat schreiten und die Beschaffung ins Auge fassen. Das Ziel war die Firma Multy-Service Goldt GmbH in Wakendorf bei Hamburg. Die Kaufdelegation angeführt von der stellvertretenden Schulleiterin Bianca Feyerabend und der Projektleiterin Judith Sperlich machte sich auf den Weg in den Norden. Unterstützt wurden sie vom Kraftfahrzeugmeister Jörg Buchenau von den Buchenau Reisen in Herleshausen und dem Fördervereinsvorsitzenden Herbert Heisterkamp. Bei der Firma Goldt GmbH hatte man die Qual der Wahl. Es kamen fünf Fahrzeuge in die engere Wahl. Das Fahrzeug, das allen Beteiligten am besten zusagte, konnte aus dem vorhandenen Budget nicht gestemmt werden. Da der Geschäftsführer und Inhaber Daniel Goldt so sehr von dem Schulprojekt begeistert war, sagte er spontan ein Sponsoring über 2.500 Euro zu, so dass man den Wunsch-Airstream erwerben konnte.

Die Abholung bei der Multy-Service Goldt GmbH in Wakendorf bei Hamburg konnte nur mit einem Gespann aus LKW und einem Tieflader, das von der Firma Helmut Beisheim GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt wurde, nach Bebra erfolgen.

In den Beruflichen Schulen erfolgt nun die Bestandsaufnahme, dafür wird das Fahrzeug entkernt und die Hülle demontiert, um an das Chassis zu gelangen. Die Hülle des Airstreams ist eine freitragende Konstruktion aus Aluminium, anders als europäische Wohnwagen. Sie ist über Nietverbindungen mit dem Chassis verbunden. Einmal vom Chassis getrennt, reichen 8 Personen, um die Hülle anzuheben und zur Seite zu stellen.

Es ist zu erwarten, dass das Chassis instand gesetzt werden muss. Danach wird die Hülle wieder aufgesetzt und vernietet. Die Elektroinstallation sowie die Energieversorgung durch PV und/oder Kleinwindanlage können dann erfolgen. Schließlich wird die Hülle isoliert und die Wände verkleidet.

Viele Schülerinnen und Schüler haben hierbei die Möglichkeit sich einzubringen. Beispielhaft sind hier zu nennen: Studierende der Fachschule Maschinenbau und die Technischen Systemplaner Stahl- und Metallbau (Statische Berechnungen Chassis/Technische Zeichnungen), Mechatroniker (Arbeitsplanung/Demontage der Hülle), Berufsfachschule Mechatronik (Ausbesserungen an der Hülle), Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Technik (Montage der Hülle), Technische Systemplaner Elektrotechnik (Planung der Energieversorgung und –verteilung), Tischler (Isolierung und Verkleidung der Wände) sowie Maler und Lackierer (Innen- und Außengestaltung). Schülerrinnen und Schüler aus dem Berufsfeld Wirtschaft können das Projekt betriebswirtschaftlich begleiten.


verpackter Airstream


Airstream wird enthüllt (links Projektmanagerin Judith Sperlich)


Airstream wird von der stellvertretenden Schulleiterin Bianca Feyerabend vorgestellt

Kommentare

Link.