Heringen (Werra):
Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Regionales

Ein Artikel von Lisamarie Kamm

Wie Weihnachten in der Neuzeit aussehen könnte, darüber hat sich Lisamarie Kamm (12) im Rahmen eines Projektes der Schülerzeitung SoWieso der Werratalschule in Heringen Gedanken gemacht:

handcolorierte Zeichnung von Lisamarie Kamm

Nun, wir alle kennen doch die Weihnachtsgeschichte von Maria und Josef, wie sie von Nazareth nach Betlehem gezogen sind und sie dort Jesus, das Kind Gottes, zur Welt gebracht haben.

Aber was wäre, wenn diese Geschichte heute geschehen wäre? Wie würde sie dann aussehen? Deshalb habe ich die Weihnachtsgeschichte auf heute übertragen und neu erzählt. Viel Spaßbeim Lesen!   

 

Laut „Google-Maps“ sind es noch 157 Kilometer bis Bethlehem. Josef schaute auf sein Smartphone, es ist der 24. Dezember, der Tag der Volkszählung. Denn Bundeskanzler Augustus ließ die Römische Republik zählen. Dazu musste jeder Bürger in seine Heimatstadt zurück, also die meisten nach Betlehem, dort wo die Bevölkerungsdichte am höchsten war, denn fast alle ehemaligen Einwohner sind nach Nazareth gezogen, da die Arbeit dort besser bezahlt wurde und es besser bezahlbaren Wohnraum gab.

Also begaben sich auch die hochschwangere Maria und ihr neuer Freund Josef auf den Weg nach Betlehem. Doch es gab ein Problem: Marias „Fiat 500“ war zu klein für ihre drei, mit Schminke vollgepackten Koffer. Doch das konnte Josef schnell lösen, indem er ihren neuen Familienwagen, einen „Audi e-tron“ holte, damit sie auch in Betlehem fahren dürften.  Ihr neuer Wagenfährt elektrisch, da ganz Betlehem eine Dieselfahrverbotszone ist und man sonst kilometerweit laufen müsste, was für die hochschwangere Maria unmöglich wäre.

Nach einer kurzen und rasanten Fahrt kommen beide mit dem gut klimatisierten Elektroauto im Zentrum des überfüllten Betlehems an. Um eine Übernachtungs-möglichkeit zu finden, checken sie bei „trivago“ noch schnell die Hotelpreise und entscheiden sich für das Hotel „Zum Stall“. Nach einer ruhigen und entspannten Nacht im 5-Sterne Hotel wachen beiden auf und Maria muss sich noch schnell schminken, da sie nie ungeschminkt aus dem Haus geht, die Wehen bereits eingesetzt haben und sie ins Krankenhaus muss, um dort ihr Kind zu bekommen.

Nachdem der Kleine geboren ist, muss sie ihn, aufgrund einer Drohung ihres Ex-Freundes Gabriel, Jesus nennen. Schon kurz nach der Geburt posteten sie ein Bild des Kleinen auf „Instagram“ und schrieben drunter: „Wir sind so glücklich! Unser Sohnemann Jesus ist vor einer Stunde geboren worden!“ Und schon 5 Sekunden nach dem „Post“ schrieben die ersten Fans, dass sie unbedingt Vorbeikommen möchten, um dem Neugeborenen Geschenke zu überreichen.

Viele Fans warteten aufgeregt vor dem Krankenhaus, jedoch haben Maria und Josef denTürstehern gesagt, dass nur drei bestimmte Leute zu ihnen dürfen. Nämlich @kaspar.stern, @sternenkenner_melchior und @baltasar._sterndeuter. Sie brachten ein „Babysmartphone“ anstelle des Weihrauches, Gold und einen eigenen „InstagramAccount“ mit gekauften „Followern“ anstatt der früheren Myrrhe. Das erfreute die jungen Eltern sehr.

Wie es mit Jesus und seinem späteren Leben weitergeht, habt ihr sicher schon im Religionsunterricht gelernt.

Zeichnung und Text: Lisamarie Kamm

 

Hintergrund

Der obige Artikel ist im Rahmen eines Projektes der Schülerzeitung SoWieso der Werratalschule in Heringen entstanden. Nach 100 analogen Ausgaben in Papierform gibt es die SoWieSo nun nur noch in digitaler Form im Web. Unsere Internetagentur dd-media.de unterstützt die SoWieSo und stellt das WebHosting und den Support kostenfrei zur Verfügung.

Interessantes aus der Werratalschule unter https://www.sowieso-wts.de