Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Polizei warnt erneut vor Falschen Kriminalbeamten

Regionales

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Seit Montagabend haben bei älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in mindestens neun Fällen wieder "Falsche Kriminalbeamte" angerufen.

So zum Beispiel am Mittwochmorgen (25.04.) rief gegen 10.00 Uhr ein angeblicher Kriminalbeamter der Polizei in Bad Hersfeld bei einer 74-jährigen Bad Hersfelderin an. Der "Falsche Kriminalbeamte" erzählte der Frau von einer angeblichen Festnahme eines Mannes vor ihrem Haus und fragte, ob sie nichts mitbekommen habe. Sie verneinte und wurde dann an einen angeblichen "Kommissar Klein" verbunden.

Dieser erzählte ihr wiederum, dass ihr Name in dem Notizbuch des Festgenommenen gestanden habe. Im weiteren Gesprächsverlauf teilte er noch mit, dass er von einer Bankangestellten wüsste, dass sie, "die Hersfelderin", ca. 10.000 Euro auf dem Sparbuch habe und nannte ihr auch ihren ungefähren Girokontostand. Dies stimmte zufällig annähernd mit den tatsächlichen Kontoständen überein.

Sie solle dann die Beträge erstmal abheben und das Geld nach Hause holen. Er würde er sich wieder melden. Die Rentnerin fuhr dann zur Bankzentrale in die Stadt und hob ihr Geld komplett ab. Als sie das Geld schließlich hatte, kam ihr die ganze Sache doch sehr seltsam vor und sie ging zur Polizei.

Eine erfahrene Kriminalbeamtin nahm sich der Rentnerin an und begleitete die Frau nach Hause. Dann rief wieder der "Falsche Kriminalbeamte" an. Sie habe von ihrer Bank Falschgeld erhalten. Dies müsse in einem Kriminallabor untersucht werden und sie solle das Geld über einen Paketshop in Bad Hersfeld als Dokument in die Türkei überweisen.

Weiterhin suggerierte der "Falsche Kriminalbeamte" der Rentnerin, dass ihr Telefon von der Polizei abgehört würde. Diese ganze Geschichte war natürlich von den "Falschen Kriminalbeamten" frei erfunden.

In Begleitung einer echten Kriminalbeamtin des Betrugskommissariats der Hersfelder Kripo zahlte die Rentnerin im Anschluss ihr Geld wieder sicher bei der Bank ein. Die Rentnerin hatte durch die ganze Geschichte einen riesigen Schrecken bekommen. Sie wurde auch noch am gestrigen Donnerstag von der Kripo betreut. Weitere Anrufe hatte die Rentnerin in der Zwischenzeit keine mehr erhalten und fühlt sich "mittelprächtig". Für sie war der Mittwoch ein sehr ereignisreicher Tag gewesen, wie sie der echten Kriminalbeamtin am Donnerstag gegenüber sagte.

Bei anderen Anrufen wurden die "Betrugsmaschen" etwas verändert. Grundsätzlich wird die Lage als immer äußerst dringlich dargestellt.

Am Telefon wird versucht, die vermeintlichen Opfer unter verschiedensten Vorwänden dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zuhause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten. Dabei nutzen die Täter auch eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt. Grundsätzlich wird bei der Polizei kein Anruf über den Notruf 110 getätigt!

Tipps der Polizei

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

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