Heringen (Werra):
WGH: Profitmaximierung für wenige große Konzerne

Regionales

Ein Artikel von Redaktion

In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung äußert sich die WGH Heringen zum Breitbandausbau in Nordhessen wie folgt:

Wir können es kaum noch zählen, so oft wurden die Landräte Dr. Schmidt und Dr. Koch aus unseren Reihen auf das nun drohende Problem hingewiesen, nämlich dass dem Breitbandprojekt Nordhessen über den langen Umsetzungszeitraum von der Telekom alle lukrativen Bereiche herausgeschnitten werden.

Was bleibt, so unser vorgetragenes Argument, werden maximale Leitungslängen bei minimaler Anschlussdichte und damit vorhersehbare gigantische Verluste sein. Ein behäbiger langsamer Elefant wie das Nordhessenprojekt ist eben von der Telekom leichter zu erlegen als 1000 flinke Hasen. Sogar vom Hessischen Ministerpräsidenten wurde Heringen aufgefordert, das eigene und fast fertige Projekt Breitbandanbindung wieder aufzugeben und sich den Nordhessenprojekt anzuschließen. Man kann diesbezüglich nur von geballter Ahnungslosigkeit oder absoluter Boshaftigkeit auch in der Hessischen Landesregierung ausgehen.

Garantiert war jedoch bis dahin, dass, wie z. B. in Heringen, wo die Telekom wegen zu geringer Profitaussichten die Breitbandanbindung grundsätzlich abgelehnt hat, nach einer erfolgten Leerrohrverlegung und Ausschreibung durch die Kommunen nicht parallel nochmals Glasfaser in den lukrativen Kernbereichen verlegt werden darf, um so von Seiten der Telekom die entstandene Konkurrenz nicht wieder zerstören zu können. Dass mit einer Parallelverlegung durch die Telekom die Versorgung der mühsam mit Breitband erschlossenen kleinen Stadtteile selbst im seit Jahren vollerschlossenen Heringen wieder zunichte gemacht wird, dürfte allen klar sein. Jedoch liegen auch dieser bitterbösen Möglichkeit politische Entscheidungen und damit eine klare Absicht zugrunde.

Hintergrund dieser ganzen unseligen Entwicklung ist jedoch die Tatsache, dass die einstige Post, wie auch die Bahn, in den 90er Jahren privatisiert wurden und nun nicht mehr die gleichmäßige und unterschiedslose Versorgung der Bürger auch im ländlichen Raum im Mittelpunkt stand, sondern nur noch die Profitmaximierung für wenige große Konzerne. Damit war für alle Politiker, die der nötigen Grundgesetzänderung zustimmten klar, dass damit insbesondere die ländlichen Bereiche ihrer wirtschaftlichen Grundlage beraubt werden und sich eine moderne wirtschaftliche Entwicklung nur noch auf die Ballungsräume konzentrieren kann.

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