Bebra:
Continental-Standort Bebra mit Hightech-Produkten und globaler Kompetenz auf Zuk

Wirtschaft

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Der Standort Bebra des Technologieunternehmens Continental ist bekannt für seine hohe Kompetenz bei anspruchsvollen elektromechanischen Produkten. Fünf Geschäftsbereiche des Automobilzulieferers produzieren hier jährlich rund 30 Millionen Hightech-Komponenten und nutzen das in Bebra vorhandene Know-how in zunehmendem Maße für die Entwicklung neuer Produkte und Fertigungstechnologien. Daher arbeiten mehr als 200 Ingenieure an dem Standort, zu dem auch das Continental-Werk im thüringischen Mühlhausen gehört. Zusammen sind hier rund 1.100 Mitarbeiter beschäftigt. Jetzt feiert der Standort sein 50-jähriges Bestehen.

„An unserem Standort sind hochautomatisierte Großserienproduktion, Pilot-Fertigungslinien, Musterbau und Entwicklungsbereiche vereint. Mit diesem Know-how unterstützen wir unsere Partnerstandorte auf der ganzen Welt“, sagt Werkleiter Karsten Kalbitz. Im Continental-Konzern ist Bebra für mehrere Produkte das Kompetenzzentrum, seit jüngstem auch für bürstenlose Gleichstrommotoren (Brushless DC Motor). Diese Motoren werden in vielen Fahrzeugbereichen eingesetzt, von Kupplungskomponenten bis zu Bremssystemen. Darüber hinaus beinhaltet das breite Produktspektrum des Standorts unter anderem Kraftstoffpumpen, Wasserpumpen, Drosselklappen, Luftkompressoren für Komfortsitze und Schaltmodule für Automatikgetriebe.

Mit diesem Portfolio sei der Standort für die Zukunft gut gerüstet, so Kalbitz. „Mit Kraftstoffpumpen und Drosselklappen der neuesten Generation liefern wir unseren Kunden genau die Produkte, die für hocheffiziente Verbrennungsmotoren auch in den nächsten Jahren in millionenfacher Stückzahl benötigt werden. Gleichzeitig haben wir mit unseren bürstenlosen Gleichstrommotoren Produkte im Portfolio, die auch bei Fahrzeugen mit elektrifiziertem Antrieb für anspruchsvolle Anwendungen unverzichtbar sind.“ Derzeitige Marktprognosen gehen davon aus, dass die Elektrifizierung zwar fortschreitet, dadurch aber vor allem Hybridantriebe stark zunehmen werden und 2025 immer noch rund 80 Prozent aller Neuwagen mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sein werden. Nichtsdestotrotz stehe die Mobilität vor einem tiefgreifenden Wandel, der auch den Standort Bebra vor große Herausforderungen stelle, so Kalbitz. „Wir müssen diese Übergangszeit nutzen, um uns optimal auf das einzustellen, was zukünftig von den Kunden gefragt wird.“

Eine weitere Herausforderung neben dem technologischen Wandel ist der harte internationale Wettbewerb in der Produktion. Nur durch einen intelligenten Automatisierungsgrad und einen konsequenten Kurs in Richtung Industrie 4.0 könne die Produktion in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben, sagt Kalbitz. Angesichts der Wettbewerbslage im Produktionsbereich sei es umso wichtiger, dass sich der Standort breiter aufgestellt habe. Die Entwicklung und der Export von Produktions-Know-How spiele eine immer wichtigere Rolle. „Die wichtigste Weichenstellung für eine erfolgreiche Zukunft ist deshalb die große Bereitschaft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Veränderungen. Ihnen gilt mein besonderer Dank, denn ihr leidenschaftliches Engagement und ihre positive Einstellung bilden das Fundament unseres international anerkannten Standorts.“

Auch organisatorisch wurden in den vergangenen Jahren wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung geschaffen. So sorgt das 2014 eröffnete, hochmoderne Logistikzentrum für kurze Wege – es hat drei auswärtige Lager ersetzt und damit jährlich 180.000 Lkw-Kilometer im Pendelverkehr überflüssig gemacht. Ebenfalls an den Standort zurückgeholt wurden in jüngster Zeit Arbeitsplätze, die aus Raummangel in angemieteten externen Gebäuden, zum Teil in Nachbarorten, untergebracht waren. Dass neben dem Werk in der Bebraer Robert-Bunsen-Straße auch das Werk im 70 Kilometer entfernten Mühlhausen zum Standort gehört, sei ein großer Vorteil, so Kalbitz. „Durch diese beiden Betriebsstätten, die Hand in Hand arbeiten, können wir flexibler agieren und zum Beispiel je nach Auftragslage Mitarbeiter auch am jeweils anderen Ort einsetzen.“

Renommierter Ausbilder, Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf großgeschrieben

Als Ausbilder genießt Continental Bebra ein hohes Renommee. Das zeigt sich auch darin, dass der Standort in seinem Ausbildungszentrum schon seit Jahren die Erstausbildung sowie die gezielte Prüfungsvorbereitung für Auszubildende von verschiedenen Partnerunternehmen aus der Region übernimmt. Zudem wurde der Continental-Standort von der Agentur für Arbeit im März dieses Jahres für seine besonderen Verdienste im Ausbildungsbereich ausgezeichnet. Und beim diesjährigen Wettbewerb „Meine Zukunft“ von HessenMetall gewann wie schon im Vorjahr ein Team von Bebraer ContiAzubis die Goldmedaille.

„Ausbildung ist für unseren Standort von großer Bedeutung, weil wir damit die hochqualifizierten Nachwuchskräfte ausbilden, die wir angesichts der wachsenden Anforderungen in der Zukunft dringend benötigen“, sagt Personalleiterin Diana Schiesser. Insgesamt absolvieren an dem Standort zurzeit 42 junge Frauen und Männer eine Ausbildung oder ein duales Studium. Continental bietet in Bebra vier klassische Ausbildungen an: Mechatroniker, Elektroniker für Geräte und Systeme, Industriemechaniker und Werkzeugmechaniker. Hinzu kommen vier duale Bachelor-Studiengänge, die ebenfalls eine Ausbildung beinhalten: Produktionstechnik und International Business Administration, Betriebswirtschaftslehre und der in diesem Jahr erstmals angebotene Studiengang Informations- und Kommunikationstechnologie. „Dieser neue duale Studiengang, dessen Schwerpunkt auf Informationsverarbeitung und -übertragung liegt, soll die Absolventen befähigen, aktuelle Trends in der Produktions-IT frühzeitig zu erkennen und neue Lösungen mit Ausrichtung auf die Industrie 4.0 zu entwickeln“, so Schiesser.

Großgeschrieben wird bei Continental auch die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Das Unternehmen ist daher international ein Vorreiter bei der Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen und hat globale Regelungen eingeführt, die für 90 Prozent der weltweiten Konzernmitarbeiter über alle Ebenen hinweg gelten. Auch die Continental-Beschäftigten in Bebra und Mühlhausen profitieren von diesen Möglichkeiten, zu denen unter anderem Teil- und Gleitzeitmodelle, flexible Schichtmodelle, Mobiles Arbeiten sowie bis zu zwölfmonatige Sabbaticals gehören.