Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Der Arbeitsmarkt im März 2018 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Wirtschaft

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Trotz der weiterhin winterlichen Witterung hat die Konjunktur in Waldhessen wieder deutlich angezogen. Im März sank die Zahl der arbeitslosen Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gegenüber Februar um 154 auf 2.734 (-5,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 138 zurück (-4,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 4,3 Prozent (Vormonat und Vorjahr: 4,5 Prozent). „Bei der Rückbetrachtung der vergangenen 33 Jahre haben wir festgestellt, dass die Arbeitslosigkeit in einem März noch nie so niedrig war wie im März 2018“, fasst Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, die historisch gute Entwicklung zusammen.
Derzeit sind bei der Arbeitsagentur 963 Personen arbeitslos gemeldet. Der Rückgang zum Vorjahr betrug 44 (-4,4 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg verzeichnete 1.771 Arbeitslose – 94 weniger als vor einem Jahr (-5,0 Prozent).

Die stabile Konjunkturlage wird auch dadurch belegt, dass im März gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich weniger Menschen aus der Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos wurden (-32,5 Prozent) und zugleich mehr erwerbslose Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten (+4,1 Prozent).

Personengruppen

Vom positiven Trend gegenüber dem Vorjahr haben nahezu alle Personengruppen profitiert - insbesondere ältere Arbeitslose. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Zahl der erwerbslosen Personen über 50 Jahre um 3,3 Prozent auf 877 gesunken. Sehr bemerkenswert ist, dass die Arbeitslosenquote bei den Älteren mit 3,9 Prozent im Gegensatz zu früheren Zeiten unter der allgemeinen Arbeitslosenquote liegt. „Diese Entwicklung ist für jeden einzelnen Menschen positiv, der den Weg aus der Arbeitslosigkeit heraus findet“, erklärt Agenturchef Dombrowski, „ferner brauchen wir diese Männer und Frauen für den Arbeitsmarkt, um den hohen Bedarf der Unternehmen an Fach- und Hilfskräften zu decken. In enger Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern der Region versuchen wir, jegliches Potenzial an Arbeitskräften zu aktivieren. Es gilt, die gute Wirtschaftslage in möglichst viele weitere Arbeitsplätze umzusetzen.“

Frauen am Arbeitsmarkt

Möglichkeiten sieht Lisa Linder, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur, in diesem Zusammenhang vor allem bei den Frauen. Zwar ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen in den letzten zehn Jahren um rund 40 Prozent zurückgegangen, dennoch waren in 2017 nur 20.980 Frauen und damit 54,7 Prozent aller erwerbsfähigen Frauen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Männer: 63,2 Prozent). Insgesamt arbeitet gut die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Teilzeit, bei Männern beträgt der Teilzeit-Anteil nur  8,4 Prozent. „Aus Befragungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung geht hervor, dass jede zweite Frau ihre Arbeitszeit gern ausdehnen würde“, erläutert Linder, „dazu benötigen wir noch bessere und umfassendere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Hiervon würden auch diejenigen Frauen profitieren, die häufig über Jahre durch Minijobs nur das Familieneinkommen ergänzen, jedoch ohne sich beruflich weiterzuentwickeln.“ Wichtig ist daher auch, die Frauen durch geeignete Maßnahmen zu qualifizieren; denn fast die Hälfte der aktuell arbeitslosen Frauen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg verfügt nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung (765 von 1.249).

Stellensituation

Weiterhin auf sehr hohem Niveau liegt der Bestand an offenen Arbeitsstellen. Dem
Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Bad Hersfeld liegen 1.271 Stellen zur Besetzung vor. Dies sind 274 mehr als vor einem Jahr. In nahezu allen Bereichen fehlen qualifizierte Fachkräfte, unter anderem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, Kraftfahrzeugmechatroniker Nutzfahrzeugtechnik sowie Berufskraftfahrer. Häufig sind hier Kenntnisse in Wechselbrücke gefragt. Deutlich spürbar ist der Fachkräfteengpass auch im Handwerk, in der Alten- und Krankenpflege sowie im Gastgewerbe.   

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