Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Kurzarbeit wegen Corona: Anzeigen auf historischem Rekordniveau

Wirtschaft

Ein Artikel von Redaktion (pm)

„Auch wenn die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe und ihrer Beschäftigten erst in der nachgehenden Abrechnung von Kurzarbeitergeld exakt ermittelt wird, lässt sich bereits sagen, dass die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes das Niveau der Finanzkrise in 2008/09 weit übertreffen wird“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. So sind die Erstberatungen der Betriebe in der zweiten Märzhälfte regelrecht explodiert. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit hat in diesem Zeitraum rund 1.100 Betriebe und Unternehmen zur Kurzarbeit beraten. Es handelte sich um Arbeitgeber aus nahezu allen Branchen, wobei vor allem Firmen aus dem Dienstleistungsbereich und jüngere Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit dem Instrument der Kurzarbeit besaßen, Beratungsbedarf hatten. Daneben haben zahlreiche Arbeitgeber ihre Anzeigen direkt per Post oder auf elektronischem Wege an die Arbeitsagentur geschickt. Nach vorläufigen Schätzungen geht die Arbeitsagentur für Ihren Agenturbezirk von 2100 bis 2200 Betrieben aus, die zwischen dem 16. und 27. März eine Anzeige auf Kurzarbeit erstattet haben.

„Wir stehen vor einer in dieser Komplexität und diesem Umfang noch nie dagewesenen Herausforderung. Es ist eine auch in arbeitsmarktpolitischer Hinsicht gewaltige Aufgabe, die wir mit vereinten Kräften angehen werden,“ kommentiert Waldemar Dombrowski die historische Herausforderung. Allein in seinen Dienststellen wurden 66 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Aufgabenbereichen für die zusätzliche Bearbeitung von Anzeigen auf Kurzarbeitergeld rekrutiert. Zudem hat man den Arbeitgeberservice vorübergehend verstärkt, um den großen Beratungsbedarf zu decken. „Auch wenn es zu dieser absoluten Ausnahmesituation keine Blaupause gibt, bin ich zuversichtlich, dass unsere erfahrenen Kurzarbeitergeld-Fachkräfte und die umgesetzten Beschäftigten das gemeinsam packen werden. Jedem von uns ist bewusst, wie existenziell wichtig es für viele tausend Menschen in unserer Region ist“, zeigt sich Dombrowski entschlossen.