Werratal / Kalirevier:
Corona: Leserbrief zur Hysterie

Gesundheit

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Ein Leserbrief von Hans Ries zur Corona-Hysterie:

Ist es richtig, dass z. B. unsere Landtage die Arbeit einstellen, sollte ein einzelnes Mitglied mit dem Coronavirus infiziert sein und dürfte uns das als Vorbild dienen?

Die Frage kam anlässlich der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen auf, wäre ein einzelner Abgeordneter der CDU tatsächlich mit dem Virus infiziert gewesen.

Man stelle sich vor, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Arztpraxen, öffentlichen Verwaltungen und Märkten würden sich entsprechend verhalten?

Oder noch schlimmer, im Laufe der Zeit würden sich auch einzelne Mitarbeiter der kommunalen Wasserversorgungsbetriebe oder gar der Abwasserentsorgungsbetriebe infizieren und deshalb die Arbeit insgesamt sofort einstellen?

Oder, um noch einen drauf zu setzen, die Beschäftigten der Kraftwerke würden ebenfalls zuhause bleiben und damit den Rest, an lebensnotwendiger Infrastruktur völlig lahmlegen?

Wir könnten weder die Toiletten benutzen, noch hätten wir Trinkwasser und die gehamsterten Lebensmittel würden in den Kühlschränken und Kühltruhen verderben. Nicht einmal mehr die Heizungen würden funktionieren, das Kochen wäre nur noch auf offenen Feuerstellen auf der Straße möglich, so weit man über trockenes Holz verfügen könnte, alle Betriebe würden still stehen und die ebenfalls überlebenswichtige Kommunikation würde völlig zusammenbrechen.

Zudem würden die schlimmsten Seuchen auf dem Fuße folgen. Die direkt durch das Coronavirus bedrohten Leben wären dann im Verhältnis sicher nur noch eine marginale Größe.

Das Virus ist wohl nicht ganz ungefährlich, jedoch sollten wir uns deutlich mehr vor den Folgen politischer Verantwortungslosigkeit sowie geschürter Panik und Hysterie fürchten. Nichts ist daher wichtiger als Vernunft zu bewahren und die gesellschaftliche Ordnung weiterhin mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten.

Ich habe weniger Angst vor möglichen infizierten Beschäftigten in den Lebensmittelgeschäften, Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Stromversorgungsbetrieben oder Verwaltungen, sondern eher davor, dass sie deshalb, wie es offenbar die Thüringer Landtagsabgeordneten andachten, ihre Arbeit einstellen wollen.

Vielleicht lässt uns das Virus für die Zukunft erkennen, wie komplex unsere gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen sind, welchen Wohlstand sie uns genau deshalb bringen und wie wichtig daher unsere eigene und anderer Leute Arbeit ist.

Hans Ries
Berliner Straße 29
36266 Heringen