Konkreter Schutz für Frauen vor Gewalt vor Ort kann besser erfüllt werden
Hersfeld-Rotenburg, 28. Januar 2026 - Der Runde Tisch gegen häusliche und sexualisierte Gewalt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat in 2023 eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Landkreisebene veröffentlicht. Als vorrangiger Handlungsbedarf im Bereich der Prävention wurde dabei unter anderem der Ausbau der Täterarbeit identifiziert.
Aktuell stehen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg für Täter häuslicher Gewalt vier Beratungsstunden pro Monat zur Verfügung. Der Bedarf übersteigt diese bisherigen zur Verfügung stehenden Beratungsstunden, weshalb eine Ausweitung des Angebots sinnvoll ist. Der ausführende Träger ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Werra-Meißner e.V. mit dem Täterberater Andreas Länge. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg erweitert durch die Unterzeichnung des neuen Vertrags das bestehende Angebot der Täterarbeit bei häuslicher Gewalt im Landkreis auf ein wöchentliches Beratungsangebot vor Ort in Bad Hersfeld.
„Durch den jetzt geschlossenen Vertrag mit der AWO Werra-Meißner freuen wir uns, das Angebot der Täterarbeit im Landkreis erweitern zu können und somit einen Handlungsbedarf im Rahmen der Umsetzung der Istanbul-Konvention bei uns vor Ort besser erfüllen zu können. Dabei behalten wir die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Gewalthilfegesetz stets im Blick“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Noll.
Ziel ist die Förderung gewaltfreier Konfliktlösungen, die nachhaltige Veränderung gewaltförmiger Verhaltensmuster und der Schutz von (Ex-)Partnern und Kindern. Die Erweiterung soll durch zusätzliche Beratungs-, Interventions- und Kooperationsleistungen umgesetzt werden. Dabei soll die Reichweite und Zugänglichkeit der Täterarbeit erhöht werden und somit werden präventive Ansätze zur Vermeidung häuslicher Gewalt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gestärkt.
„Mit der Erweiterung des bestehenden Angebots im Bereich der Täterarbeit macht der Landkreis Hersfeld-Rotenburg einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Dadurch kann der Bedarf zukünftig besser gedeckt und der Ausbau der Täterarbeit weiter forciert werden“, bilanziert Runa Aasland-Jost, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Werra-Meißner.
Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit der Polizei, Justiz, Jugendhilfe und Opferschutzeinrichtungen weiter verbessert. Durch das Gewalthilfegesetz, welches in 2025 vom Bundestag verabschiedet wurde, ist Täterarbeit gesetzlich verankert. Das Gesetzgebungsverfahren für ein hessisches Ausführungsgesetz muss bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
„Täterarbeit ist konkreter Schutz für Frauen vor Gewalt. Wir begrüßen ausdrücklich, dass auf Initiative des Frauen- und Gleichstellungsbüros nun das bestehende Angebot erheblich erweitert wurde und freuen uns, dass mit Andreas Länge ein Täterarbeiter mit hoher fachlicher Kompetenz im Landkreis vor Ort tätig ist“, ergänzt Corinna Zehender, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in der Kreisverwaltung.