Heringen (Werra):
WGH: Das Desaster war voraussehbar

Politik

Ein Artikel von Hans Ries (pm)

Der Privatisierungswahn der beiden Volksparteien auch im Gesundheitswesen sollte sich erkennbar weniger am Versorgungsanspruch der Menschen als an der Möglichkeit der Gewinnerzielung orientieren und machte nicht einmal vor Universitätskliniken halt, erklärt WGH-Pressesprecher Ries. Das war angeblich das neue erfolgreiche System nach amerikanischem Vorbild.

Und dann kommen die gleichen Volksparteien hier im Kreis her und wollen eine gescheiterte private Spezialklinik mit starker überregionaler bzw. bundesweiter Bedeutung im kommunalen Eigentum führen, um so eine zukünftige private Konkurrenz, die zur Übernahme des HKZ schon vor der Türe stand, auszuschalten.

Widersinniger geht es wohl kaum noch und deshalb war die Sache auch zwingend zum Scheitern verurteilt.

Mit diesem Größenwahn hat man nicht nur Rotenburg und den dortigen HKZ-Beschäftigten einen Bärendienst erwiesen, sondern zudem das Klinikum Bad Hersfeld massiv geschwächt. Das, so Ries, war nicht nur meine damalige Warnung hierzu im Magistrat der Stadt Heringen, sondern auch gegenüber dem Landrat.

Immerhin, neben den angeblich nötigen scharfen Einschnitten für die Belegschaften der beiden Krankenhäuser müssen nun die Kommunen als Träger des Kreises das seinerzeit schon absehbare Desaster teuer bezahlen.

Die privaten Krankenhauskonzerne, denen man das HKZ für richtiges Geld vor der Nase „weggeschnappt“ hat, brauchen jetzt nur noch zu warten, bis der gleiche Landrat auch das Klinikum in Bad Hersfeld für sie sturmreif geschossen hat.

Es sei denn, er macht wahr, was er den Bürgern seinerzeit fest zugesagte, nämlich dass er als Landrat geht, wenn sein Krankenhauskonzept scheitern sollte. Das ist ihm nun geradezu krachend gelungen und mit dem Breitbandprojekt Nordhessen schaut schon das nächste absehbare finanzielle Desaster -ebenfalls aus Größenwahn geboren- für die Bürger des Kreises um die Ecke. Auch hierzu hat der Landrat jede gut gemeinte Warnung in den Wind geschlagen, nämlich sich dem 6 Jahre früher flächendeckend in Betrieb gegangenen Konzept der Stadt Heringen, welches inzwischen Überschüsse ausweist, anzuschließen.

Bleibt noch des Landrates neue Kreisresidenz als zukünftig nutzloses Millionengrab, welches man immer noch verhindern könnte.

Hans Ries
WGH-Pressesprecher