Die Arbeitslosigkeit in Waldhessen ist im Januar gegenüber dem Vormonat angestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt zum Ende des Monats bei 3.087 und somit um 272 höher als im Dezember. Parallel dazu kletterte die Arbeitslosenquote auf 4,7 Prozent (Vormonat und Vorjahr: 4,3 Prozent).
„Es ist üblich, dass in den Wintermonaten mehr Menschen arbeitslos werden. Zum einen laufen zum Jahresende befristete Verträge aus, zum anderen kann in den Außenberufen nur eingeschränkt gearbeitet werden“, erklärt Katharina Henkel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit in der Region um 261, bzw. 9,2 Prozent an. Ein starkes Plus zum Vorjahresmonat weist die Gruppe der jüngeren Arbeitslosen auf. Aktuell sind 445 Personen unter 25 Jahren erwerbslos gemeldet. Das sind 100 mehr als vor einem Jahr (+29 Prozent).
Bei der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld sind 1.210 Menschen als arbeitslos registriert - 178 mehr als vor einem Jahr (+17,2 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises zählt derzeit 1.877 erwerbslose Personen (+4,6 Prozent zum Vorjahr).
Fachkräfte werden gesucht – Qualifizierung von Beschäftigten möglich
Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen in Hersfeld-Rotenburg 824 Stellen zur Besetzung vor. Das sind zwar 32 weniger als im Januar vergangenen Jahres, doch trotz der schwächeren Konjunktur bestehen gute Chancen auf die Aufnahme einer Beschäftigung, besonders für ausgebildete Fachkräfte. Einen großen Hebel zum Ausgleich am Arbeitsmarkt sieht Katharina Henkel darin, dass weit über die Hälfte der arbeitslos gemeldeten Menschen nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. „Gemeinsam mit dem Kreisjobcenter verfolgen wir das Ziel, arbeitslose Menschen weiter zu qualifizieren, um den Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt zu erzielen“, sagt die Agenturleiterin und weist auf eine weitere Säule hin: „Wir unterstützen auch Personen, die nicht arbeitslos sind und sich in ihrem Betrieb weiterbilden wollen.“ Was sich hinter dem sperrigen Wort „Beschäftigtenqualifizierung“ verbirgt, ist einfach erklärt: Menschen, die im Helferbereich arbeiten, aber Potenzial zu höherwertigen (und besser bezahlten) Tätigkeiten aufweisen, können während ihrer Beschäftigung zur Fachkraft werden – zum Beispiel durch eine betriebliche Umschulung oder eine kürzere „Anpassungsqualifizierung“.
Bestimmte Voraussetzungen, wie eine Dauer der Weiterbildung von mehr als 120 Stunden, müssen erfüllt sein, dann kann die Arbeitsagentur je nach Größe des Betriebes neben den Lehrgangskosten dem Arbeitgebenden auch Zuschüsse zum Lohn bereitstellen.
Informationen gibt es beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda unter der Service-Rufnummer 0 800 4 5555 20. Menschen, die in Beschäftigung sind und sich über Möglichkeiten informieren wollen, erhalten Informationen u.a. über die Berufsberatung im Erwerbsleben, Tel. 0661 17-705.