Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Januar 2020

Wirtschaft

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Der Winter ist in Waldhessen – zumindest auf dem Arbeitsmarkt - angekommen. Mit 2.362 arbeitslosen Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt die Zahl um 287 über der vom Dezember (+13,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg im Januar auf 3,7 Prozent (Vormonat: 3,2 Prozent), bleibt jedoch weiterhin – im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen - unter dem Vorjahresniveau und unter der Hessenquote (4,7 Prozent). Allerdings hat sich der Abstand zum Vorjahr erheblich verringert.

„Die Gründe für den relativ starken Zuwachs liegen in der Kombination aus saisonalem Anstieg der Arbeitslosigkeit und abnehmender Konjunkturdynamik“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Im Winter kommt es zu erhöhter Arbeitslosigkeit in den Außenberufen, und zum Jahreswechsel laufen zahlreiche Arbeitsverträge aus. Daneben ist die Auftragslage bei Unternehmen, die dem Automotive-Bereich angehören oder mit ihm verzahnt sind, rückläufig. Dies führte in den vergangenen Monaten bereits zu einer verstärkten Inanspruchnahme von Kurzarbeit seitens der Betriebe.

Besonders auffällig war der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Personen unter 25 Jahren um 57 auf 251 (+29,4 Prozent) innerhalb eines Monats. Mitunter handelt es sich um junge Menschen, die eine Ausbildung abgebrochen haben oder deren befristetes Arbeitsverhältnis Ende des Jahres ausgelaufen ist.

„Die abnehmende Konjunkturdynamik kommt allmählich auf dem Arbeitsmarkt an“, fasst Agenturleiter Dombrowski zusammen. So haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen aus einer Erwerbstätigkeit erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet. Dagegen sank die Zahl der arbeitslosen Personen, die in eine Erwerbstätigkeit integriert werden konnten.  

Die verhaltene Konjunkturentwicklung wird durch die Stellensituation belegt. Mit 336 Stellen akquirierte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Bad Hersfeld im Januar gut ein Drittel weniger als im Januar 2019. Auch der Stellenbestand hat sich verringert, was zu einem maßgeblichen Teil den Bereich Verkehr und Lagerei betraf. Aktuell sind der Arbeitsagentur 1.098 Stellen zur Besetzung gemeldet. Dies sind 358 weniger als im Vormonat und 314 weniger als vor einem Jahr. Gleichwohl gibt es in zahlreichen Berufen personelle Engpässe und damit gute Vermittlungsmöglichkeiten.