Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Stabiler Arbeitsmarkt in Waldhessen-Niedrigste Mai-Quote seit Wiedervereinigung

Wirtschaft

Ein Artikel von Redaktion (pm)

Der Arbeitsmarkt in Waldhessen zeigt sich trotz abnehmender Konjunkturerwartungen stabil: Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Mai weiter gesunken. Zum Ende des Monats sind 2.361 Personen arbeitslos gemeldet – 11 weniger als im April und 259 weniger als im Mai des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat 3,7 Prozent (Vorjahr: 4,1 Prozent) und ist damit die niedrigste Quote in einem Mai seit der deutschen Wiedervereinigung.

Von der positiven saisonal bedingten Entwicklung haben nahezu alle Personengruppen profitiert, in besonderem Maße jüngere Personen unter 25 Jahren und Ältere über 50 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Abbau der Arbeitslosigkeit bei Langzeitarbeitslosen und Ausländern hervorzuheben. Mit 664 liegt die Zahl der arbeitslosen Menschen ohne deutschen Pass um 15,4 Prozent unter dem Wert vom Mai 2018.  Bei Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitsuche waren, ist die Zahl der Arbeitslosen seit dem Vorjahresmonat um 20,6 Prozent gesunken.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind derzeit 892 arbeitslose Personen registriert – 38 mehr als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg um 297 Personen auf 1.469 Arbeitslose.

Die positive Arbeitsmarktverfassung kommt auch durch die hohe Zahl an Stellen zum Ausdruck, die von der Arbeitsagentur rekrutiert wurden. Derzeit sind 1.532 Stellen zu besetzen – 226 mehr als vor einem Jahr. „Ungeachtet der leicht abnehmenden Konjunkturdynamik in unserer Region stehen die Akteure auf dem Arbeitsmarkt vor steigenden Herausforderungen“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. So zeigt die sehr niedrige Arbeitslosenquote zunehmend die strukturelle Seite der Arbeitslosigkeit auf. Bei einem nennenswerten Teil der arbeitslosen Menschen fehlt ein anerkannter Berufsabschluss. Zudem schränken familiäre Erziehungsaufgaben in zahlreichen Fällen die zeitliche Flexibilität ein, die bei verschiedenen Arbeitsstellen erwartet wird. In vielen gewerblich-technischen Berufen und auch in den Pflegeberufen ist der Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Folglich gestalten sich die Vermittlungsprozesse aufwändiger als in der Vergangenheit.