Werratal:
Umweltschutz: K+S wird Verantwortung gerecht

Wirtschaft

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Der ökologische Zustand der Werra hat sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verbessert. Daher bezieht K+S nun Stellung zu unzutreffenden Aussagen in jüngsten Presseberichten über einen Ortstermin des BUND an der Werra. Dabei geht es auch um Vorhaben von K+S. 

Ende Januar 2026 haben der BUND Thüringen, die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“ und Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen bei einem Ortstermin in Philippsthal K+S kritisiert. Insbesondere ging es darum, dass K+S die Fortschreibung der derzeit geltenden Grenzwerte für Salzgehalt in der Werra beantragen möchte. 

„Weil die Einstapelung salzhaltiger Wässer in der Grube Springen nach einem mehrjährigen Verfahren nicht genehmigt wurde, kann die Werra nicht so entlastet werden wie angenommen“, sagt Dr. Jens Christian Keuthen, Vorstandsmitglied von K+S. „Wir haben mitnichten einen Kompromiss aufgekündigt – vielmehr hat der Wegfall der fest eingeplanten Entsorgungsmöglichkeit in der Grube Springen der mit der Flussgebietsgemeinschaft Weser ausgearbeiteten Zielsetzung die Grundlage entzogen“, so Keuthen weiter. Um die Produktion sicherzustellen und Deutschland und Europa beständig mit unverzichtbaren Rohstoffen versorgen zu können, ist eine verlässliche Entsorgung notwendig. 

Russisches Kali wird weiter in der EU verkauft

Entgegen den Behauptungen von Burkhard Vogel, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, steht K+S weiterhin mit russischen Kaliproduzenten im Wettbewerb, auch innerhalb der Europäischen Union. Über das EU-Einfuhrkontingent von rund 800.000 Tonnen pro Jahr gelangen weiterhin erhebliche Mengen russischer Kalidüngemittel auf den europäischen Binnenmarkt. Diese Düngemittel werden unter niedrigeren Umweltstandards als in Deutschland hergestellt und bescheren der russischen Kriegswirtschaft hohe Einnahmen. 

Weitreichende Maßnahmen zum Gewässerschutz

„Die Situation in Werra und Weser hat sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verbessert. Die Salzeinleitungen sind seit den 1970er-Jahren stark zurückgegangen“, sagt Gerd Kübler, Werkleiter des Verbundwerks Werra. K+S hat die Produktionswässer seit dem Jahr 2000 um 80 Prozent reduziert und außerdem seit 2008 rund eine Milliarde Euro in Umweltschutzmaßnahmen investiert, führt Kübler an. 

„Was unsere Kritiker fordern, befindet sich längst in der Umsetzung“, ergänzt Kübler. „Mit dem Projekt Werra 2060 baut K+S die Fabrik Wintershall auf trockene Aufbereitung des Rohsalzes um. Hier fallen dann keine Produktionswässer mehr an. Der trockene Rückstand wird dann nicht mehr aufgehaldet, sondern wieder in die Grube gebracht und dort im Rahmen des sogenannten Sekundärabbaus als Versatz genutzt.“ 2028 soll der Umbau abgeschlossen sein, dafür investiert K+S 600 Millionen Euro. Aus heutiger Sicht ist so Kaliabbau bis 2060 möglich – so umweltfreundlich wie nie zuvor, erklärt der Werkleiter.

Ebenso wird an der Abdeckung der Halden bereits gearbeitet. Die Plateaus der Halden Wintershall und Hattorf sind seit Ende 2025 zum größten Teil abgedeckt. Die Abdeckungen reduzieren schon heute die salzhaltigen Haldenwässer messbar. Auf 11,6 Hektar blühen heimische Pflanzen und bieten Tieren einen neuen Lebensraum. Für die Abdeckung der Haldenflanken wurde das Genehmigungsverfahren bereits begonnen.

Vorstand Keuthen fasst zusammen: „Wir übernehmen Verantwortung für die Umwelt und gestalten Bergbau so verträglich wie möglich – und unsere Erfolge zeigen, dass wir dieser Verantwortung auch gerecht werden.“

Salzgehalt der Werra ist niedriger als öffentlich dargestellt

Entgegen den Äußerungen von Burkhard Vogel (BUND) ist der Salzgehalt der Werra nicht mit dem Salzgehalt von Meerwasser vergleichbar. Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Chloridgehalt am Pegel Gerstungen (Thüringen) 1,25 Gramm pro Liter. Zum Vergleich: Meerwasser enthält gut 15-mal so viel Chlorid. Im Verlauf der Werra und der Weser wird der Salzgehalt schnell weiter verdünnt. In der Weser ist Salz schon heute nicht mehr der bestimmende ökologische Faktor. Mit den sinkenden Salzgehalten werden andere nachteilige Faktoren immer bedeutsamer: Wasserwerke, Uferverbauung und eingespülte Stoffe aus der Landwirtschaft.

Das zeigt auch das Beispiel des Lachses. Die Lachse sind schon um 1850 aus der Werra verschwunden – lange bevor mit dem Kaliabbau begonnen wurde. Ausschlaggebend dafür waren neben der Fischerei vor allem Schleusen und Wehre, die die Lachse auf ihrer Wanderung nicht überwinden konnten. Daran hat sich bis heute nichts geändert – ganz anders als am Salzgehalt.

Über K+S und das Werk Werra

Wir leisten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag: Landwirten helfen wir bei der Sicherung der Welternährung. Mit unseren Produkten halten wir zahlreiche Industrien am Laufen. Wir bereichern das tägliche Leben von Konsumenten und sorgen für Sicherheit im Winter. Mit rund 11.500 Mitarbeitern, Produktionsstätten auf zwei Kontinenten und einem weltweiten Vertriebsnetz sind wir ein verlässlicher Partner für unsere Kunden. Gleichzeitig richten wir uns neu aus: Wir setzen noch stärker als bisher auf Düngemittel und Spezialitäten. Wir werden schlanker, kosteneffizienter, digitaler und leistungsorientierter. Auf einer soliden finanziellen Basis erschließen wir uns neue Märkte und Geschäftsmodelle. Wir bekennen uns zu unserer gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung in allen Regionen, in denen wir tätig sind.  Erfahren Sie mehr über K+S unter www.kpluss.com.

Das Verbundwerk Werra mit seinen Standorten Hattorf und Wintershall in Hessen und Unterbreizbach und Merkers in Thüringen ist der größte Standort der K+S Minerals and Agriculture GmbH. Im Kaliwerk Werra werden neben Düngemitteln auch Vorprodukte für vielfältige technische und industrielle Anwendungen sowie für die Pharma-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie hergestellt. Es beschäftigt fast 4700 Menschen, darunter 300 Auszubildende. Damit ist es ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb im Städtedreieck zwischen Bad Hersfeld, Bad Salzungen und Eisenach. Darüber hinaus ist es ein bedeutender Auftraggeber für die ansässige mittelständische Wirtschaft und trägt maßgeblich zur Wertschöpfung in der Region bei. Das macht es zu einem zentralen Baustein für die wirtschaftliche und demographische Entwicklung der Region Osthessen/Westthüringen.

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