Am Donnerstagnachmittag (15.10.), wurde ein lebensälterer Mann aus dem Ortsteil Lengers Opfer dreister Betrüger. Der Senior erhielt einen Anruf einer Person, die sich als Polizeibeamter ausgab. Im Verlauf des geschickt geführten Gespräches überzeugte der vermeintliche Polizist den Mann einen fünfstelligen Betrag abzuheben und samt seiner Bankkarte an seiner Haustür an einen Unbekannten zu übergeben. Ein aufmerksamer Anwohner beobachtete den Abholer und kann diesen wie folgt beschreiben: Circa 35 bis 40 Jahre alt, circa 180 cm groß, kurze mittelblonde Haare, bekleidet mit einer auffallend grünen Hose, beigefarbenes Oberteil. Zeuginnen und Zeugen, die im Bereich der Ortslage Lengers Angaben zu verdächtigen Fahrzeugen oder Personen machen können werden gebeten sich an die Polizei Bad Hersfeld unter der 06621/932-0, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de zu wenden.
Es kann Jeden treffen
Wer glaubt, das hätte ihm definitiv nicht passieren können, der hat weit gefehlt: Das Vorgehen der Täterinnen und Täter - das zeigt die kriminalistische Erfahrung - ist besonders perfide, überaus gut geschauspielert und vorbereitet und passt oft auf die Lebenssituation der Angerufenen oder wird dieser angepasst.
Bei der Masche der sogenannten "Falschen Polizeibeamten" ruft meist eine Rufnummer mit örtlicher Vorwahl, manchmal sogar dem ersten Anschein nach die 110, an und der Anrufer stellt sich als Polizeibeamter einer örtlichen Dienststelle vor. Unmöglich, denn der Notruf kann nur angerufen werden und nicht raus telefonieren. Mittels sogenanntem "Call-ID-Spoofing" können Betrüger jedoch tatsächlich jede frei gewählte Rufnummer auf dem Telefondisplay ihrer Opfer anzeigen lassen. Erste Zweifel an der Identität des betrügerischen Anrufers werden so bereits ausgeräumt.
Was die Betrüger dann von sich geben, löst bei Angerufenen oftmals große Sorge aus: Einbrecher seien in der Nachbarschaft unterwegs oder ein Angehöriger sei nach einem Verkehrsunfall festgenommen worden. Das Ziel der Betrüger ist jedoch immer dasselbe: In äußerst geschickt geführten Telefongesprächen versuchen sie ihre Opfer dazu zu bringen, Wertsachen und Geld zusammenzutragen und an vereinbarten Örtlichkeiten abzulegen oder zu übergeben.
Sobald die Vermögenswerte greifbar und ein Ablage- oder Übergabeort vereinbart wurde, kommt ein Betrüger oder eine Betrügerin persönlich vorbei, um die Wertgegenstände abzuholen.
Ihre Polizei warnt:
Trickbetrug ist vielfältig.
- Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt oder Polizeibeamter beziehungsweise Person der Justiz ausgibt, den Sie als solchen nicht erkennen.
- Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
- Rufen Sie die Polizei an.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Ihnen unbekannte Personen.
- Informierten Sie Angehörige, Verwandte und Bekannte über die aktuelle Anrufwelle.