Heringen (Werra) - Lengers:
Volkstrauertag: Gedenken führt zu Nachdenken

Kunst, Kultur & Kirche

Ein Artikel von Alfred Rost

Auch in diesem Jahr haben wieder Lengerser Bürger, Vereinsvertreter, Ortsbeiratsmitglieder und Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung am Volkstrauertag der Opfer beider Weltkriege und der vielen Kriege und Bürgerkriege, Terror, Naturkatastrophen (Flut und Erdbeben im Jahre 2017) am Ehrenmahl in der Eichbergstraße in Lengers gedacht. Im Jahre 1919, also vor 98 Jahren, wurde vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsoge der Volkstrauertag ins Leben gerufen.

Derzeit gibt es weltweit sehr viele Kriege und so genannte bewaffnete Konflikte.

Für uns hier in Zentraleuropa fanden diese Kriege lange Zeit nur vor dem Fernseher statt. Ja wir leben in Europa seit 72 Jahren auf einer Insel der Glückseligkeit.

Der Vorsitzende des VdK Ortsverbands Lengers, Alfred Rost, sagte, haben wir Menschen denn nichts dazu gelernt. Wir wissen doch Kriege helfen keinen. Es ist doch unsere christliche Pflicht unbeirrt für den Frieden, für die Menschenwürde und für Gerechtigkeit in aller Welt uns eizusetzen. Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt. Wir denken an die vielen Flüchtlinge, Frauen, Kinder, Alte und Kranke die ihre Heimat, Ihre Familien und ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Ja wir in Deutschland können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, aber als Christ müssen wir diesen Menschen helfen.

Wir gedenken der Soldaten die im 1. Und 2. Weltkrieg starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger – ja so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Willkürherrschaft treiben die Menschen in bitterste Armut. Die Menschen dort leben in Unfreiheit und kämpfen um ihr Leben und das tägliche Brot für sich und ihre Familien. Ja wir sind zweigeteilt zwischen unendlichem Mitleid mit diesen Flüchtlingen einerseits und der Frage, ob wir die ganze Welt retten können, andererseits. Nein das können wir alleine nicht. Deshalb sind wir aufgerufen, uns überall in der Welt für menschenwürdige Lebensverhältnisse einzutreten. Wir müssen unbedingt gegen Armut, Kinderausbeutung, gegen Kriminalität uns kümmern, sonst lassen uns Gewalt, Unrecht und Kriege niemals los.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken an unsere Bundewehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren oder traumatisiert in die Heimat zurückkehren. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz.

„Denken wir daran, hinter jedem Opfer stehen Menschen, die trauern und fragen, warum gibt es nicht endlich Frieden auf dieser Welt.

Die Gedenkandacht wurde unterstützt von Frau Quietsch, die in Vertretung von Pfarrerin Koch, mit einem Gebet, sowie vom Posaunenchor Lengers / Wölfershausen. Zum Schluss der Andacht gedachte man an unsere Bürger von Lengers die im 1. und 2. Weltkrieg ihr Leben verloren haben und deshalb wurde traditionell vom VdK Vorsitzenden Rost und dem Stellvertreter Karl Brandt ein Kranz am Ehrenmahl niedergelegt.

Alfred Rost (1. Vorsitzender vom VdK OV – Lengers /Harnrode)

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