Heringen (Werra):
Volkstrauertag: Gedenken führt zu Nachdenken

Kunst, Kultur & Soziales

Ein Artikel von Alfred Rost (pm)

Auch in diesem Jahr haben wieder Lengerser Bürger, Vereinsvertreter, Ortsbeiratsmitglieder, Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sowie Frau Tokarz, in Vertretung für Pfarrerin Koch und der Posaunenchor Wölfershausen/Lengers am Volkstrauertag teilgenommen.

Der VdK Vorsitzende Rost gedachte der Opfer beider Weltkriege und der vielen Kriege und Bürgerkriege, Terror, Naturkatastrophen (Flut und Erdbeben im Jahre 2019) am Ehrenmahl in der Eichbergstraße in Lengers.  Im Jahre 1922, also vor 97 Jahren, wurde der Volkstrauertag ins Leben gerufen.

Seit 1945 leben wir – Gott sei Dank – in Deutschland in Frieden. Uns ist es vergönnt, Zeitzeugen der längsten Friedenperiode in der europäischen Geschichte zu sein. Momentan werden auf 5 von sieben Kontinenten kriegerische Konflikte ausgetragen.

Allein in diesem Jahr sind in Syrien durch den Krieg mehr als 4000 Menschen zum Opfer gefallen. Allein 5,6 Millionen Menschen sind seit Kriegsbeginn vor acht Jahr geflüchtet.

Der Vorsitzende des VdK Ortsverbands Lengers, Alfred Rost, sagte, haben wir Menschen denn nichts dazu gelernt. Wir wissen doch Kriege helfen keinen. Es ist doch unsere christliche Pflicht unbeirrt für den Frieden, für die Menschenwürde und für Gerechtigkeit in aller Welt uns eizusetzen. Kriege werden nicht gemacht, genau wie der Hass, er wird geschürt. Denken wir daran „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen die das Böse zulassen.

 Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt. Wir denken an die vielen Flüchtlinge, Frauen, Kinder, Alte und Kranke die ihre Heimat, Ihre Familien und ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Ja wir in Deutschland können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, aber als Christ müssen wir diesen Menschen helfen.

Wir gedenken der Soldaten die im 1. Und 2. Weltkrieg starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Ja im 1. Weltkrieg sind etwa 13 Millionen Soldaten und Zivilisten getötet worden. Nur 17 Jahre später erfolgte ein weit schlimmerer und zwar der zweite Weltkrieg. 60 Millionen Menschen verloren zwischen 1939 und 1945 durch Krieg, Gewaltherrschaft, Flucht, Hunger, Vertreibung und im Konzentrationslager ihr Leben. Deshalb sind wir aufgerufen, uns überall in der Welt für menschenwürdige Lebensverhältnisse einzutreten. Wir müssen unbedingt gegen Armut, Kinderausbeutung, Hungersnot uns kümmern, sonst lassen uns Gewalt, Unrecht und Kriege niemals los.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken an unsere Bundewehrsoldaten die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren oder traumatisiert in die Heimat zurückkehren. Wir trauern mit allen, die Leid tragen und teilen ihren Schmerz.

Wir hoffen und wünschen unseren Bundeswehrsoldaten die jetzt noch im Auslandseinsatz sind, dass sie Gesund nach Hause kehren zu ihren Familien.

„Denken wir daran, hinter jedem Opfer stehen Menschen, die trauern und fragen, warum gibt es nicht endlich Frieden auf dieser Welt.

Die Gedenkandacht wurde unterstützt von Frau Tokarz, die in Vertretung von Pfarrerin Koch, sowie vom Posaunenchor Lengers / Wölfershausen. Zum Schluss der Andacht gedachte man an unsere Bürger von Lengers die im 1. und 2. Weltkrieg ihr Leben verloren haben und deshalb wurde traditionell von zwei Lengerser Vereine und zwar von Klaus Diebener und Karl Brandt ein Kranz am Ehrenmahl niedergelegt.