Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Stabiler Arbeitsmarkt in der Region – Frühjahrsbelegung trotzt Corona

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Ein Artikel von Redaktion (pm)

Die Arbeitslosigkeit ist im vergangenen Monat im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erneut gesunken. Aktuell sind 2.495 arbeitslose Personen gemeldet. Das sind 58 weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 2,6 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote fiel auf 3,9 Prozent (Vormonat: 4,0 Prozent; Vorjahr: 4,0 Prozent).

Von der positiven Entwicklung haben in der Region insbesondere jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren und Männer profitiert.  Bei den Jüngeren sank die Zahl der Arbeitslosen um 6 Prozent auf jetzt 264. Die Zahl der arbeitslosen Männer ging um 4 Prozent auf 1.377 zurück. „Viele Betriebe des Außenbereichs haben im vergangenen Monat ihre freigestellten Arbeitskräfte zurückgerufen, was vor allem den Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Männern erklärt“, so Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Gleichwohl hinterlässt die Corona-Krise deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt, die sich in einem erheblichen Anstieg bei den langzeitarbeitslosen Menschen zeigen. Im April waren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 922 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos, 164 Personen mehr als im Vorjahr (+21,6 Prozent).

„Die Frühjahrsbelebung zeigt sich auch im weiter steigenden Kräftebedarf“, bemerkt der Agenturchef. Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Bad Hersfeld konnte im vergangenen Monat 340 Stellen akquirieren. Das sind 82,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Bestand an offenen Stellen ist auf insgesamt 1.172 angestiegen. Gesucht werden neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Personaldienstleister, Fachkräfte für den Bau sowie Personal für „exotischere“ Berufe wie etwa Verhaltenstrainer, ein Osteopath oder auch ein Corporate-Responsibility-Manager.

Ein weiteres Anzeichen für eine Belebung des Marktes ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im April um 85 auf 1.096 gesunken (-7,2 Prozent). Beim Kreisjobcenter (Grundsicherung) war im April ein leichter Anstieg der Zahlen zu verzeichnen. Hier sind 1.399 Personen arbeitslos gemeldet (+2,0 Prozent).

Bemerkenswert ist die positive Dynamik auf dem heimischen Arbeitsmarkt. So sind im April deutlich weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos geworden als im Vorjahresmonat (-26,8 Prozent). Zugleich konnten im vergangenen Monat 238 Menschen in eine Erwerbstätigkeit integriert werden – 33,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies spricht für eine Stabilisierung der Lage.

Kurzarbeit

Die Arbeitsagentur hat im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im April 8 Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit registriert. Seit Mitte März vergangenen Jahres haben insgesamt 1.552 Betriebe für 17.006 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgt, können erst mit einigen Monaten Verzögerung Aussagen zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit getroffen werden. Demnach haben im Oktober vergangenen Jahres 2.221 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen. Das waren 4,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. „Damit erfüllt die Kurzarbeit ihre Funktion als Beschäftigungssicherungsinstrument in schwerer Krise“, stellt Waldemar Dombrowski fest. Für den November weisen erste Hochrechnungen auf einen Anstieg hin.