Werratal / Kassel:
K+S: 3. Quartal - Umsatz und Ergebnis erneut gestiegen

Wirtschaft

Ein Artikel von Redaktion (pm)

  • Umsatz: +6 % auf 727 Mio. €; EBIT I: 12 Mio. € (Q3/16: -31 Mio. €)
  • Operatives Ergebnis EBITDA kräftig gestiegen (+37 %)
  • Höhere Produktverfügbarkeit am Werk Werra
  • Erste Kundenbelieferungen aus Werk Bethune (Kanada) erfolgt
  • Genehmigung zum vorzeitigen Beginn der Haldenerweiterung am Standort Hattorf erhalten
  • Vergleichsverhandlungen mit Gemeinde Gerstungen und BUND
  • Ausblick für 2017 bestätigt: EBIT I zwischen 260 und 360 Mio. €
  • Vollproduktion am Werk Werra für den Rest des Jahres erwartet
  • Unternehmensstrategie „Shaping 2030“: Umsetzung gestartet

Die K+S Gruppe erzielte im dritten Quartal einen moderat höheren Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte das operative Ergebnis kräftig gesteigert werden. Vor allem die höhere Produktverfügbarkeit bei Spezialitäten und gestiegene Düngemittelpreise waren für den Ergebnisanstieg verantwortlich.

„Auch im dritten Quartal hat sich die Ertragslage weiter verbessert und wir sind in den wichtigen Umwelt- und regulatorischen Themen weiter vorangekommen. Trotzdem bleibt 2017 ein Übergangsjahr, in dem wir unsere Stärken noch nicht vollständig ausspielen können“, sagt Dr. Burkhard Lohr, Vorstandsvorsitzender von K+S. „Mit unserer neuen Gruppenstrategie ,Shaping 2030‘ haben wir die sich für uns ergebenden Herausforderungen und Chancen nun adressiert und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens gestellt.“

Umsatz und operative Ergebnisse angestiegen

Der Umsatz der K+S Gruppe stieg im dritten Quartal um rund 6 % auf 727 Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, konnte im gleichen Zeitraum deutlich um 37 % auf 77 Mio. € gesteigert werden. Das operative Ergebnis EBIT I verbesserte sich auf 12 Mio. € nach -31 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte führte eine bessere Produktverfügbarkeit am Werk Werra und gestiegene Durchschnittspreise zu einem höheren Umsatz und Ergebnis. Aufgrund der stabilen Entsorgung salzhaltiger Abwässer stieg vor allem die Produktion und der Absatz von hochmargigen Düngemittelspezialitäten. Das EBIT I des Geschäftsbereichs verbesserte sich daher im dritten Quartal auf 1,7 Mio. € (Q3/16: -49 Mio. €).

Vom neuen Kaliwerk Bethune in Kanada, das im Juni die Produktion aufgenommen hat, starteten die ersten Kalilieferungen an Kunden.

Im Geschäftsbereich Salz sank der Umsatz moderat unter den Wert des Vorjahres. Einem rückläufigen Absatz bei Auftau- und Gewerbesalz sowie bei Salzen für Verbraucherprodukte und für die Lebensmittelindustrie standen Absatzsteigerungen im Segment Industriesalz gegenüber. Das operative Ergebnis EBIT I wurde zudem durch die Auswirkungen des Hurrikans Irma am Standort Inagua (Bahamas) belastet und lag mit 17 Mio. € rund 9 % unter dem Vorjahreswert.

Ausblick 2017: Prognose bestätigt

Vor allem aufgrund der positiven Auswirkungen der zusätzlichen Maßnahmen zur Entsorgung salzhaltiger Abwässer am Werk Werra sind dort auch für den Rest des Jahres keine abwasserbedingten Produktionsausfälle mehr zu erwarten. Für das Werk Bethune wird eine Jahresproduktion von rund 500.000 t (bislang: 600.000 bis 700.000 t) erwartet. Das Absatzvolumen des Geschäftsbereichs Kali- und Magnesiumprodukte dürfte mit 6,8 bis 7,0 Mio. t spürbar höher als im Vorjahr ausfallen (2016: 6,1 Mio. t).

Im Geschäftsbereich Salz wird auf Basis eines durchschnittlich erwarteten Winters im vierten Quartal für das Gesamtjahr 2017 von einem moderaten Anstieg der Absatzmenge ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund bestätigt K+S die Prognose eines spürbaren Anstiegs der operativen Ergebnisse der K+S Gruppe und erwartet für 2017 ein EBITDA zwischen 560 und 660 Mio. € (2016: 519 Mio. €) und ein EBIT I von 260 bis 360 Mio. € (2016: 229 Mio. €).

Weitere Annahmen, die dieser Prognose zugrunde liegen, sind in der Quartalsmitteilung auf den Seiten 7 bis 8 aufgeführt.

Fortschritte bei Umweltthemen

Das in 2011 begonnene Genehmigungsverfahren zur Erweiterung der Haldenkapazität am Standort Hattorf entwickelt sich positiv. Auf Grundlage des Konzepts, das hinsichtlich der Umweltauswirkungen nochmals verbessert wurde, kommt die Genehmigungsbehörde zu einer positiven Gesamtprognose hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit. Dementsprechend wurde der Antrag auf Zulassung des „Vorzeitigen Beginns“ am 9. November 2017 positiv beschieden. K+S ist daher zuversichtlich, das Genehmigungsverfahren so abzuschließen, dass es zu keinen negativen Auswirkungen auf die Produktion kommen wird.

In Bezug auf die Entsorgungslage am Werk Werra wird die für Anfang des nächsten Jahres vorgesehene Inbetriebnahme der neuen KKF-Anlage eine weitere deutliche Reduzierung des Salzwasseraufkommens um rund 20 % bringen.

Vergleichsverhandlungen mit Gerstungen und BUND

Um jahrelange Auseinandersetzungen beizulegen, führt K+S derzeit Vergleichsgespräche mit der Gemeinde Gerstungen und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Ziel ist es, den Rechtsstreit über die Versenkerlaubnis zu beenden und damit Rechtssicherheit für die bis Ende 2021 geltende Genehmigung im Bereich des Werkes Werra zu erreichen.

Umsetzung von „Shaping 2030“ gestartet

Die Anfang Oktober vorgestellte neue Gruppenstrategie „Shaping 2030“ bringt K+S auf einen robusten und nachhaltigen Wachstumskurs. Kern der Strategie ist eine markt- und kundenorientierte Aufstellung durch die Ausrichtung auf die vier Produkt-Markt-Segmente Agriculture, Industry, Consumers und Communities.

In der bis 2020 angelegten Transformationsphase steht die Stärkung der Bilanz im Fokus. So soll mit der Hebung von Synergien ein jährlicher positiver Ergebniseffekt von mindestens 150 Mio. € ab Ende 2020, ein positiver freier Cashflow ab 2019 und die Halbierung des Verschuldungsgrades bis 2020 erreicht werden. Im Jahre 2023 sollen die Anforderungen für ein Investment-Grade-Rating wieder erfüllt werden.

Für die anschließende Wachstumsphase bis 2030 wurde eine strategische Roadmap mit klaren Zielen und starken Wachstumsoptionen entwickelt.

Bis Ende dieses Jahres werden die Eckpfeiler der künftigen Organisation erarbeitet. Im Laufe des nächsten Jahres werden die Abläufe und Strukturen weiter detailliert und mit der Umsetzung Zug um Zug begonnen.

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